PVW
Sondervermögen der PKN
 



FAQ


30 Fragen und Antworten rund um
das Psychotherapeutenversorgungswerk (PVW)
*


*Die Fragen und Antworten basieren zum Teil auf einem Artikel, den Dr. Christine Laufersweiler-Plass in den "Berliner Blättern" mit dem Titel "Versorgungswerke für Psychotherapeuten" am 11.05.2007 unter http://www.bbpp.de/versorgungswerke1.htm veröffentlicht hat. Dieser Artikel hat die Verfasser W. Köthke (Vorsitzender des Verwaltungsrats des PVW) und B. Sieker (Geschäftsführerin des PVW) zu diesen FAQ angeregt.

 


     nach oben ...


    1. Was ist ein berufsständiges Versorgungswerk, was ist das PVW?

    Ein berufsständisches Versorgungswerk ist ein öffentlich-rechtliches Sicherungssystem für Angehörige kammerfähiger freier Berufe für deren Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung. Es ist eine auf landesgesetzlicher Rechtsgrundlage errichtete Einrichtung des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung. Die Pflichtmitgliedschaft entsteht automatisch mit Aufnahme der beruflichen Tätigkeit im räumlichen Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Versorgungswerks bzw. mit Beginn der Mitgliedschaft in der Kammer. Das berufsständische Versorgungswerk repräsentiert einen Versorgungstypus eigener Art, der der ersten Säule des gegliederten und auf drei Säulen ruhenden Alterssicherungssystems (gesetzliche Rentenversicherung/Beamtenversorgung, betriebliche Altersversorgung, private Renten- und Lebensversicherung) zugerechnet wird. *1)

    Das Versorgungswerk der Psychotherapeuten, das PVW, ist eine vom Berufsstand der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten für die eigene Berufsgruppe selbst gestaltete und selbst verwaltete Einrichtung zur Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung. Das PVW erfasst den gesamten Berufsstand und ist somit nicht auf Vermittlungstätigkeit von Vertretern oder Agenturen ange-wiesen und unterhält auch keinen Außendienst. Die Effizienz der Beiträge wird daher nicht durch Provisionen, Abschlussgebühren und Werbeaufwand geschmälert.

    Einbezogen in die Versicherungspflicht sind sowohl selbständig als auch angestellt tätige und verbeamtete Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten. Angestellte und Beamte können sich von der Mitgliedschaft im PVW befreien lassen, da sie bereits anderweitig versorgt sind und für Angestellte eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht möglich ist.*²) Wird von dem Befrei-ungsrecht kein Gebrauch macht, kann das PVW als Zusatzversorgung genutzt werden.


    *1) Siehe das Info-Blatt "Das PVW informiert über das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG)"

    *2) siehe 3., dort § 6, Abs.1, 1. SGB VI



     nach oben ...


     2. Wer ist Mitglied im PVW?


    Die Mitgliedschaft im PVW beginnt gleichzeitig mit der Mitgliedschaft in einer Psychotherapeutenkammer der Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz oder Hessen. Sie entsteht obligatorisch kraft Gesetzes. Ein Vertrag wird nicht geschlossen. Die Mitgliedsunterlagen erhält jedes Mitglied automatisch vom PVW zugesandt. Falls die Mitgliedschaft in einer der genannten Psychotherapeutenkammern (z.B. durch Wegzug) endet, kann die Mitgliedschaft im PVW freiwillig fortgesetzt werden. Durch regelmäßige Beitragszahlungen wird die Versorgung weiter ausgebaut. Wird die Mitgliedschaft nicht fortgesetzt, bleibt die erworbene Anwartschaft aus der Pflichtmitgliedschaft dennoch kostenlos aufrecht erhalten und wird später als Altersrente ausgezahlt. Sogar die Berufsunfähigkeit bleibt in gewissem Umfang bestehen.


     nach oben ...


     3. Ist das Psychotherapeutenversorgungswerk (PVW) ein staatlich beaufsichtigtes Rentensicherungssystem nur für Selbständige?


    Versorgungswerke sind nicht nur für Selbständige, sondern für alle Mitglieder freier Berufe geschaffen worden. Deshalb sind z.B. auch Krankenhausärzte Pflichtmitglieder ihres Versorgungswerkes. Allerdings können sich Mitglieder von Versorgungswerken, deren Kammern erst nach dem 31.12.2004 (§ 6, Abs. 1, 1. des SGB VI) gegründet worden sind, nicht mehr von der Versicherungspflicht der staatlichen Rentenversicherung befreien lassen, sondern nur noch freiwillige Mitglieder ihrer Versorgungswerke sein.


     nach oben ...


     4. Wo finde ich Satzung, Wahlordnung, Geschäftsergebnisse, etc. des PVW?

    Satzung, Wahlordnung, Geschäftsergebnisse, etc. finden Sie im Internet unter:
    www.p-v-w.com oder www.psychotherapeutenversorgungswerk.de



     nach oben ...


     5. Welche Versorgungswerke für Psychotherapeuten existieren derzeit in Deutschland?

    Es existieren derzeit folgende Versorgungswerke für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (in der Reihenfolge ihrer Gründung bzw. ihres Anschlusses):

    • Psychotherapeutenversorgungswerk (PVW) mit den Kammern Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Hessen *3)

    • Nordrhein-Westfalen

    • Bayern unter dem Dach der Bayerischen Versorgungskammer (Bayerische Ingenieurversorgung-Bau mit dem Zusatz "mit Psychotherapeutenversorgung").
      An diesem Versorgungswerk will sich auch das Saarland beteiligen.

    • Schleswig-Holstein

    Die Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer Berlin hat sich am 18.03.2004 einstimmig dafür ausgesprochen, sich dem PVW anzuschließen. Im Berliner Heilkammergesetz begründete juristische Probleme haben diesen Schritt bisher verhindert. Nach wie vor steht die Berliner Kammer jedoch zu diesem Beschluss.

    *3) Jeweils per Staatsvertrag mit dem Land Niedersachsen. Diese Staatsverträge sind wie folgt in Kraft getreten: mit Bremen: 01.03.2004, mit Hamburg: 01.03.2005, mit Rheinland-Pfalz: 30.12.2005, mit Hessen: 01.01.2006.


     nach oben ...


     6. Wer führt die Aufsicht über das PVW?

    Die Rechts- und Versicherungsaufsicht der Versorgungswerke obliegt den für das jeweilige Bundesland zuständigen Ministerien. Für das PVW sind dies das Niedersächsische Sozial- und Wirtschaftsministerium. An allen Verwaltungsratssitzungen nimmt regelmäßig ein Vertreter eines der beiden Ministerien teil. Selbst wenn der Verwaltungsrat unsinnige oder zu risikoreiche Beschlüsse zur Geldanlage treffen würde, könnten diese nicht umgesetzt werden, weil das Wirtschaftsministerium dann sein Veto einlegen würde. Die ministeriale Aufsicht hat die Aufnahme des Geschäftsbe-triebs des PVW genehmigt, hat die Staatsverträge zwischen Niedersachsen und den Ländern Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Hessen unterzeichnet und ist für die Genehmigung der Satzungen des PVW und deren Änderungen zuständig. Das PVW ist verpflichtet, der Versicherungsaufsicht vierteljährliche Berichte über die Vermögensverwaltung sowie den Lagebericht, den Wirtschaftsplan und den Jahresabschluss vorzulegen. Die Versicherungsaufsicht überprüft, ob sich das PVW bei seiner Vermögensanlage an die vorgegebenen Anlagekriterien des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) und an die vom Verwaltungsrat beschlossenen internen Anlagerichtlinien hält.


     nach oben ...


     7. Erhält das PVW staatliche Zuschüsse?

    Das PVW erhält - wie alle Versorgungswerke - keine staatlichen Zuschüsse. Es finanziert sich durch die Leistungskraft seiner Mitglieder.


     nach oben ...


     8. Was geschieht mit den Beiträgen der PVW-Mitglieder?

    Das PVW erhebt Beiträge, die entsprechend der Anlagerichtlinie *4) des PVW angelegt werden. Die nach Abzug der Kosten angesparten Gelder werden später für Alters-Renten von Beitragszahlern und deren Familienangehörigen sowie für Berufsunfähigkeitsrenten ausgezahlt.

    *4) siehe "Psychotherapeutenversorgungswerk. Innerbetriebliche Anlagerichtlinie und Verfahren"


     nach oben ...


     9. Wie gestalten sich Beitragshöhe und Rentenanwartschaften *5) ?

    Versorgungswerke legen die Beitragshöhe und die sich aus den Beiträgen ergebenden Rentenanwartschaften auf der Grundlage eines versicherungs-mathematischen Gutachtens unter Beachtung der Bedürfnisse ihrer Mitglieder fest. Die Rentenhöhe ist abhängig von der Höhe der eingezahlten Mitglieds-beiträge. Verfügt das Versorgungswerk nach Bedienung der Deckungs-rückstellung und der Sicherheitsrücklage über einen Überschuss, kann der Verwaltungsrat die Erhöhung der Rentenanwartschaften und der zu zahlenden Renten beschließen. Die Beitragshöhe und die daraus resultierenden Rentenanwartschaften des PVW sind individuell in der Satzung des PVW geregelt. Der Verwaltungskostensatz ist bereits in die Bewertungsprozentsätze eingearbeitet, d. h. die Kosten der Verwaltung sind versicherungsmathematisch vorkalkuliert und werden nicht zusätzlich von den Beiträgen abgezogen. Ein Unterschreiten der kalkulierten Kosten führt im Jahresabschluss zu einem Risikogewinn, der den Mitgliedern in Form der Erhöhung der Sicherheitsrücklage oder der Rückstellung für die Anpassung der Renten und Anwartschaften zu Gute kommt. Wie bei Rürup-Versicherungen darf auch die Rentenansparleistung des Versorgungswerks Versicherten für den Fall, dass jemand Hartz IV beantragt, nicht zur Finanzierung des täglichen Bedarfs angerechnet werden.

    Das PVW informiert seine Mitglieder über Stand und bisherige oder voraussichtliche Entwicklung ihrer erworbenen Rentenanwartschaften mit dem alljährlichen Kontoauszug, der regelmäßigen Mitteilung über die Rentendynamisierung sowie einer Rentenvorausberechnung auf Anfrage.

    *5) Siehe Anhang "Beitragsgestaltung für Neumitglieder im PVW"

     nach oben ...


     10. Mindern die Beiträge an das PVW die Steuerlast des Beitragszahlers?

    Die Beiträge an das Versorgungswerk mindern wie die Beiträge für die Rürup-Rente die Steuerlast des Beitragszahlers. Das am 01.01.2005 in Kraft getretene "Alterseinkünftegesetz" (AltEinkG) *6) sorgt mit seinem Drei-Schichten-Modell für eine steuerliche Entlastung der Personen, die ihre Beiträge der sog. "Basisversorgung", zu der auch die berufsständischen Versorgungswerke gehören, zuführen. Steuerlich abzugsfähig sind seit 2005 60% der Beiträge bis zu einem maximalen Betrag von 12.000 €. Die Abzugsfähigkeit erhöht sich seit 2006 jährlich um 2%, sodass ab dem Jahr 2025 die Beiträge in voller Höhe abzugsfähig sein werden. Im Gegenzug führt das Alterseinkünftegesetz zu einer nachgelagerten Besteuerung der Renten, d.h. seit 2005 beträgt der steuerpflichtige Anteil der Bruttorente für alle Personen, die seit dem 31.12.2004 bereits Rentner sind oder im Jahr 2005 Rentner geworden sind, 50%. Vom Rentenbeginn im Jahr 2006 an erhöht sich der Besteuerungsanteil bis 2020 jährlich um 2%, und von 2021 bis 2039 um jeweils 1% pro Jahr, sodass ab 2040 alle Renten in vollem Umfang steuerpflichtig sein werden.

    *6) Siehe das Info-Blatt "Das PVW informiert über das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG)". Es kann von der Geschäftsstelle des PVW bezogen oder von dieser Home-page heruntergeladen werden.


     nach oben ...


     11. Nach welchen Grundsätzen legt der Verwaltungsrat des PVW die Beiträge seiner Mitglieder an?


    Das PVW sammelt durch monatliche Beitragseinnahmen im Laufe der Jahre ein erhebliches Vermögen an. Die Vermögensanlage erfolgt beim PVW durch dessen Anlageausschuss überwiegend konservativ, d. h. in mittel- bis langfristigen Geldanlagen im festverzinslichen Bereich. Ältere Versorgungswerke legen im Rahmen des Versicherungsaufsichtsgesetzes anteiliges Vermögen auch in Aktien o. ä. Anlagen sowie in Immobilien an.


     nach oben ...


     12. Welche Mindest- und Höchstbeiträge haben die Versorgungswerke?


    Die Mindest- und Höchstbeiträge sind zwischen den einzelnen Versorgungswerken unterschiedlich und der jeweiligen Satzung zu entnehmen. Der Regelpflichtbeitrag orientiert sich an der Beitragshöhe der Deutschen Rentenversicherung (DRV), ehemals BfA. Der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt im Jahr 2007 mtl. 1.044,75 € (19,9% von 5.250,00 € = 1.044,75 €). Freiberufler zahlen auch in der gesetzlichen Rentenversicherung ihre Beiträge in voller Höhe selbst. Grundlage für die Berechnung der Beiträge ist in allen Versorgungswerken die Beitragsbemessungsgrenze und der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung. D. h. die Beiträge ändern sich jährlich. Die wählbaren Beitragsvarianten sind in den einzelnen Versorgungswerken jedoch satzungsbedingt unterschiedlich.


     nach oben ...


     13. Zahlt man im PVW gleich viel, ob man nun verheiratet ist, Kinder hat oder nicht?


    Es gibt Versorgungswerke, in denen das so ist. Pflichtbeiträge können hinsichtlich der beruflichen und privaten Situation der Mitglieder sehr unangemessen sein. Zu hohe Beiträge behindern die Mitglieder in ihren aktuellen finanziellen Gestaltungsmöglichkeiten und bei der Wahl alternativer Rentenanlageformen. Diese Aussage trifft jedoch auf das PVW nicht zu. Im PVW orientieren sich die Beiträge am individuellen Berufseinkommen oder wahlweise an der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. 1. Freiberufliche Mitglieder, die das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zahlen min-desten den 5/10 Beitrag. Wahlweise einkommensbezogen, d. h. 9,95% des Gewinns (vor Steuer) aus der selbständigen Tätigkeit oder den, nach der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung errechneten, festen Beitrag von mtl. 522,38 €. Wahlweise kann auch der sechs, sieben, acht, neun oder zehn-Zehntel-Beitrag fest oder einkommensbezogen gewählt werden. Eine Verringerung des einmal gewählten Zehntels ist nicht möglich. Jederzeit (zum Folgemonat) ist aber ein Wechsel zwischen der festen und der einkommensbezogenen Beitragszahlung möglich. Darüber hinaus können freiwillige Mehrzahlungen geleistet werden. Sie können zusätzlich in Höhe des Eineinhalbfachen des jährlichen Regelpflichtbeitrages geleistet werden.

    2. Freiberufliche Mitglieder, die das 45. Lebensjahr bereits vollendet haben sowie angestellte und verbeamtete Mitglieder haben die Wahlmöglichkeit zwischen einem, zwei, drei, vier oder fünf-Zehntel-Beiträgen. Auch hier ist die feste Beitragszahlung oder die einkommensbezoge-ne Beitragsvariante sowie ein Wechsel zwischen beiden möglich. Eine Verringerung des ein-mal gewählten Zehntels ist nicht möglich. Darüber hinaus können freiwillige Mehrzahlungen geleistet werden. Sie können zusätzlich in Höhe des Eineinhalbfachen des jährlichen Regel-pflichtbeitrages geleistet werden. Bei angestellten und verbeamteten Mitgliedern wird bei einkommensbezogener Beitragsberechnung das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt bzw. die Bruttovergütung zu Grunde gelegt. Wenn Mitglieder, egal welchen Alters, nachweisen, dass sie keinerlei Einkünfte aus psychotherapeutischer Tätigkeit haben, werden sie beitrags-frei gestellt (Null-Einkommen entspricht, egal bei welchem Zehntel-Beitrag, einem Null-Beitrag).

    3. Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) *7) haben, wenn sie Kammermitglieder sind, bis zum Ende ihrer Ausbildung kein Befreiungsrecht im PVW. Ihre Beitragspflicht ruht aber sat-zungsgemäß, wenn sie sich nicht für eine Beitragszahlung entscheiden. Sie haben die Wahl Wahlmöglichkeit zwischen einem, zwei, drei, vier oder fünf-Zehntel-Beiträgen. Auch hier ist die feste Beitragszahlung oder die einkommensbezogene Beitragsvariante sowie ein Wechsel zwischen beiden möglich. Darüber hinaus können freiwillige Mehrzahlungen geleistet werden. Sie können zusätzlich in Höhe des Eineinhalbfachen des jährlichen Regelpflichtbeitrags geleistet werden. Bei angestellten und verbeamteten PiA's wird bei einkommensbezogener Beitragsberechnung das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt bzw. die Bruttovergütung zu Grunde gelegt. *8)

    Es gibt Versorgungswerke, die für ihre Mitglieder ein Höchsteintrittsalter (in der Regel 45 Jahre) vorsehen. Ein solches Höchsteintrittsalter ist nicht "europafest". Die 45-Jahres-Grenze ist schon auf Grund der Römischen Verträge von 1956 europarechtswidrig, da sie gegen eu-roparechtliche Grundfreiheiten wie Arbeitnehmerfreizügigkeit und Niederlassungsfreiheit verstößt. Das PVW hat schon in seiner ersten Satzung ein Höchsteintrittsalter nicht vorgese-hen, weswegen hier kein Anpassungsbedarf besteht. *9)

    *7) Siehe den flyer des PVW "Informationen für Psychotherapeuten in Ausbildung"

    *8) Siehe das Info-Blatt des PVW "Mögliche Beitragsvarianten für Neu-Mitglieder des PVW, die nicht zum An-fangsbestand gehören"

    *9) siehe Schreiben an die Psychotherapeutenkammer Niedersachsen vom 16.08.2007 "Vorstandsanfrage zur EWG-Verordnung 1408/71"



     nach oben ...


     14. Haben Hinterbliebene aus gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaften ebenfalls Anspruch auf Rente im PVW?


    Im Gegensatz zu den Versorgungswerken der Psychotherapeuten in Bayern und Nordrhein-Westfalen haben Hinterbliebene aus gleichgeschlechtlichen eingetragenen Lebenspartnerschaften im PVW ebenfalls Anspruch auf Rente.


     nach oben ...


     15. Wie hoch sind die Verwaltungskosten des PVW im Vergleich zu anderen Versorgungswerken und zu privatwirtschaftlichen Rentenversicherern?

    Die Verwaltungskosten, die die diversen Versorgungswerke ihren Mitgliedern berechnen, sind sehr unterschiedlich hoch. Die Nordrheinische Ärzteversorgung (*10) hatte 1998 bei 46.000 Mitgliedern und Rentenbeziehern einen Verwaltungskostensatz von 0,75 % der Beitragseinnahmen und 102 Mitarbeitern. Die Verwaltungskostenquote der Ärzteversorgung Niedersachsen (*11) wird im Jahr 2004 mit 1,27 % angegeben. Die Kosten des Versorgungswerks der Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen lagen im Jahr 2005 bei ca. 5%. Der Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses 2005 des PVW weist einen Verwaltungskostensatz von 2,64 % aus.
    Das PVW kann sehr viel rentabler wirtschaften als z.B. privatwirtschaftliche Rentenversicherer, da keine Abschlusskosten (*12) für Provisionen etc. gezahlt werden. Der "Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft" gibt die Verwaltungskosten seiner Mitglieder mit 8-12 % der Bruttobeiträge an. Diese gliedern sich in eine 3,5-prozentige Verwaltungskostenquote und eine ca. 6 - 8,5-prozentige Vertriebskostenquote.

    (*10) Ärzte-Zeitung: Jahresanalyse der Nordrheinischen Ärzteversorgung. 11.11.1999

    (*11) Kirchhoff, U.: Zukunft sichern. Aktuelle Befunde und Perspektiven der Ärzteversorgung Niedersachsen. Niedersächsisches Ärzteblatt 4/2004, S. 15-17

    (*12) Nach einer Aussage des Berliner Volkswirtschaftlers Gert G. Wager ( DIE ZEIT, Nr 46, 2005) machen die Abschlusskosten bei privaten Versicherern in Deutschland ca. 15% der gesamten Rentenbeiträge aus. Die Hälfte davon seien Provisionen. Hinzu kämen durchschnittlich 3% Verwaltungskosten plus 2% Anlage-kosten. So verliert der Sparer für private Lebens- und Rentenversicherung ca. 20% seiner gesamtem Anspar-summe. Nur die restlichen ca. 80% werden verzinst und dienen den später ausgezahlten Leistungen.


     nach oben ...


    16. Welche Aufgaben hat der Verwaltungsrat des PVW ? *13)

    Der Verwaltungsrat ist ein Gremium, das nach der jeweils geltenden Satzung des Versorgungswerks entweder von der Kammerversammlung (also auch von Nichtmitgliedern des Versorgungswerkes) oder von der Delegiertenversammlung (ausschließlich Mitglieder des Versorgungswerkes) gewählt wird. Diese zweite Möglichkeit ist dem PVW durch die in das Niedersächsischen Heilkammergesetz (HKG) 2003 eingeführte "Teilrechtsfähigkeit" (siehe Punkt 17) gewährt worden. Der Verwaltungsrat des PVW wird seitdem von der Delegiertenversammlung des PVW gewählt. Die PVW-Mitglieder haben durch ihr Stimmrecht bei den Wahlen zur Delegiertenversammlung indirekt Einfluss auf das Versorgungswerk. Damit kann jedes Mitglied, weil es wahlberechtigt ist, indirekt über die Wahl des Verwaltungsrats auch demokratisch mitbestimmen, wie die Gelder des PVW angelegt werden. Hinsichtlich der Risikostrategie (Aktien vs. Rentenpapiere) oder der inhaltlichen Ausrichtung (DaimlerChrysler vs. Umweltfonds) können Anlageentscheidungen sehr unterschiedlicher Art getroffen werden.
    Der Verwaltungsrat des PVW entscheidet, wer für die Mitglieder-Verwaltung und die Vermögensverwaltung des Versorgungswerks zuständig ist und was dies kosten darf. Er überwacht die wirtschaftliche Führung der Mitglieder- und Vermögensverwaltung.

    *13) Siehe § 7 der Satzung des PVW


     nach oben ...


     17. Was bedeutet der Begriff "Teilrechtsfähigkeit" für die Selbstbestimmung des PVW?


    Durch die Einführung der "Teilrechtsfähigkeit", die durch das am 19.12.2003 in Kraft getretene Niedersächsische Heilkammergesetz (HKG) möglich wurde, wurde der Verwaltungsrat des PVW gegenüber der Kammerversammlung der PKN schon deutlich gestärkt. Satzung und Wahlordnung des PVW sollten aber weiterhin in der Hoheit der Kammerversammlung der PKN verbleiben. Das Niedersächsische Sozialministerium hat seine Einstellung diesbezüglich inzwischen geändert und in der novellierten Fassung des HKG vorgesehen, dass auch Satzung und Wahlordnung des PVW zukünftig von der Delegiertenversammlung des PVW beschlossen werden.


     nach oben ...


     18. Kommen die Aktivitäten des PVW dem gesamten Berufsstand der Psychotherapeuten zu Gute?


    Die Versorgungswerke verschaffen dem Berufsstand der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten eine zunehmende wirtschaftliche Macht, die sich auch auf die politische Macht der Psychotherapeuten auswirkt.


     nach oben ...


     19. Ist die Pflichtmitgliedschaft im PVW ein Nachteil für die Kammer-mitglieder?


    Für selbstständige Kammermitglieder besteht die Pflicht, Beiträge ins Ver-sorgungswerk einzuzahlen. Ausnahme: Man ist bereits Mitglied einer Kammer, wenn diese das Versorgungswerk gerade gründet. Diese Mitglieder gehören zum "Anfangsbestand". Sie können sich nach der Satzung des PVW für die Dauer eines halben Jahres überlegen, ob sie Mitglied im Versorgungswerk bleiben oder austreten wollen.Personen, die erst nach Gründung des PVW im Jahr 2002 Kammermitglieder geworden sind, sind Pflichtmitglieder, wenn sie freiberuflich tätig sind. Angestellte und verbeamtete Mitglieder sind ebenfalls Pflichtmitglieder, können aber von ihrem Befreiungsrecht im PVW Gebrauch machen. V.a. für die älteren Mitglieder des Anfangsbestands ist diese Wahlfreiheit natürlich ein Vorteil. Aber auch die Pflichtmitgliedschaft derjenigen Mitglieder, die nicht mehr zum Anfangsbestand gehören, ist kein Nachteil, sondern ein elementarer Vorteil, der aus vereinzelten Kammermitgliedern eine Solidargemeinschaft macht und diesen zudem eine Rentenmöglichkeit eröffnet, die sich Nicht-Versorgungs-werkmitglieder nur wünschen können.



     nach oben ...


     20. Ist in Versorgungswerken die Höhe der Renten garantiert?

    Die Höhe der Renten ist in keinem Versorgungswerk garantiert, so wie es auch keine absolut sichere Geldanlage gibt. Sie ist abhängig von der Art und Weise, wie das Versorgungswerk wirtschaftet. Faktoren sind: Verzinsung der Geldanlagen, bei Anlage in Immobilien deren Wertentwicklung, Verwaltungskosten, Kosten der Geldanlage, Sterberate, Kinderzahl, Allein-stehende vs. Verheiratete, exakte Planung der statistischen Entwicklung von erwarteten Beiträgen und Renten, Kosten für den Verwaltungsrat und die Delegiertenversammlung, Kosten für Gutachter und Rechtsanwälte.



     nach oben ...


     21. Sind Rentenkürzungen möglich bzw. können Beitragserhöhungen beschlossen werden?


    Der Rentensteigerungsbetrag kann negativ werden, d.h. es können Rentenkürzungen beschlossen werden. So musste das Versorgungswerk der Niedersächsischen Zahnärztekammer nach Verlusten im Jahr 2004 die laufenden Renten um bis zu 50% (*7) kürzen Die Niedersächsische Zahnärzteversorgung ist allerdings zum Teil umlagefinanziert. Bevor aber Rentenkürzungen vorgenommen werden dürfen, muss zunächst die Sicherheitsrücklage, die für derartige Fälle vorgesehen ist, aufgelöst werden. Erst wenn diese Mittel nicht mehr ausreichen, darf - und das auch nur mit Genehmigung durch die Versicherungsaufsicht - eine Kürzung erfolgen. Auch Beitragserhöhungen können beschlossen werden, wenn ein Versorgungswerk wirtschaftlich schlecht dasteht. Beitragserhöhungen oder Verminderungen der Bewertungsprozentsätze dürfen jedoch nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechts- und Versicherungsaufsicht vorgenommen werden.

    (*7) aus: DIE ZEIT S. 37, Nr. 12, 17.03.2005


     nach oben ...


     22. Gibt es jemanden, der für Verluste auf Grund von Missmanagement finanziell haftet?

    Verluste werden auf die Mitglieder in Form von Rentenkürzungen umgelegt. (*8) Umso nötiger ist es, dass den Mitgliedern die Anlageentscheidungen des Ver-sorgungswerks auf nachvollziehbare Weise mitgeteilt werden. Vertrauen ist gut - Aufsicht ist besser. Die Gestaltung der Versorgungspolitik ist die bedeutendste Funktion des Verwaltungsrats und der Delegiertenversammlung, den beiden wichtigsten Organen des PVW. Der Verwaltungsrat hat Richtlinienkompetenz gegenüber der Geschäftsführung und kontrolliert sie. Rechte und Pflichten des Verwaltungsrats sind gesetzlich festgelegt und werden durch die Satzung konkretisiert. Der Verwaltungsrat wird durch die Delegiertenversammlung, die ausschließlich aus Mitgliedern des PVW besteht, gewählt. Das PVW wird gerichtlich und außergerichtlich vom Vorsitzenden des Verwaltungsrats vertreten.

    (*8) siehe das Beispiel im Text Frage Nr. 21


     nach oben ...

     


     23. Wie steht das PVW im Vergleich mit der gesetzlichen Rentenversicherung und mit privaten Lebensversicherern da?


    Kennzeichen des PVW:

  • Kraft seines Versorgungsauftrags gemäß § 12 Niedersächsisches Heilkammergesetz (HKG) bezieht das PVW nur Angehörige der beiden Berufsgruppen Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ein.
  • Die laut Satzung getroffenen Regelungen des PVW sind auf das spezifische Versorgungsbedürfnis der Versichertengemeinschaft der Psychotherapeuten ausgerichtet.
  • Im Rahmen der Kammerversammlung der PKN bzw. der Delegiertenversammlung des PVW entscheiden die Mitglieder selbst über die Grundlagen des Mitgliedschafts-, Beitrags- und Leistungsrechts.
    ... gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung:
  • Für die Versicherten besteht bei Unfall sofortiger Schutz ohne Wartezeit.
  • Bei den Leistungen werden Einkünfte aus anderen Einkommensquellen nicht berücksichtigt.
  • Zur Finanzierung der Leistungen werden Kapital bildende Verfahren eingesetzt, die auf die spezifischen Anforderungen des PVW zugeschnitten sind.
  • Die Finanzierung erfolgt ohne Inanspruchnahme staatlicher Zuschüsse.
    ... gegenüber der privaten Lebensversicherung:
  • Die Pflichtmitgliedschaft entsteht ohne gesonderten Vertragsabschluss kraft Gesetzes, die Rechtsbeziehungen zwischen Mitglied (Versicherten) und PVW sind öffentlich-rechtlicher Natur.
  • Eine Gesundheitsprüfung erfolgt bei Aufnahme als Mitglied nicht.
  • Der Beitrag orientiert sich am Berufseinkommen und deckt das Berufsunfähigkeitsrisiko sowie die Hinterbliebenenversorgung ohne Zusatzbeitrag mit ab. Ein erhöhtes Risiko führt zu keinem höheren Beitrag - Haftungsausschlüsse für bestimmte Risiken erfolgen nicht (Solidarkomponente).
  • Das PVW ist gemeinnützig tätig und verfolgt keinen Erwerbszweck.
  • Die Leistungen des PVW werden nicht geschmälert durch Provisionszahlungen, Werbemaßnahmen, interne Abschlusskosten, Steuern (insbes. Körperschaftsteuer), Rückversicherungsbeiträge, Dividenden und Zuführungen zum Eigenkapital.
  • Im Hinblick auf die Sicherstellung einer lebenslangen Versorgung auf Rentenbasis ist eine Kapitalisierung der Rentenansprüche nicht vorgesehen.
  • Es besteht ein individueller Gestaltungsspielraum (z.B. Inanspruchnahme eines vorgezogenen Altersruhegeldes, freiwillige Mehrzahlungen).
  • Die Rentenleistungen werden lebenslang gezahlt und jährlich entsprechend den Beschlüssen der Selbstverwaltungsgremien dynamisiert, sofern der Kapitalmarkt dies zulässt.
  • Die Vermögensanlage erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zur Erzielung höchstmöglicher Erträge bei größtmöglicher Sicherheit.
  • Das PVW unterliegt der staatlichen Rechts- und Versicherungsaufsicht sowie einer jährlichen Wirtschaftsprüfung.

    Der gesetzlich festgelegte Garantiezins für die privaten Lebensversicherungen wurde 2004 von 3,25% auf 2,75% gesenkt. Für neu abgeschlossene Lebensversicherungen werden ab 2007 nur noch Zinsen von mindestens 2,25% gezahlt. Das PVW arbeitet mit einem Rech-nungszins von 3,5%. Dieser wurde bisher - trotz widriger Zins-Situation in den vergangenen Jahren - nicht unterschritten, sondern meistens überschritten. Diese Renditevorteile überra-schen nicht; haben doch Versorgungswerke Vorteile gegenüber Lebens-versicherern z.B. dadurch, dass keine Kosten für Werbung anfallen, keine Gewinne für Aktionäre ausgeschüttet und keine Steuern gezahlt werden müssen.


     nach oben ...


     24. . Wie funktioniert die Finanzierung der Renten?
    (im Umlageverfahren oder im Kapitaldeckungsverfahren?)

    Das PVW stellt die Finanzierung der Renten im "kapitalbildenden Anwartschaftsdeckungsverfahren" sicher. Das heißt, was an Altersversorgung zugesagt ist, muss durch Kapitalrücklagen abgesichert sein. Im Gegensatz zum "Umlageverfahren" der gesetzlichen Rentenversicherung steht hinter dem Leistungs-versprechen in vollem Umfang nicht die nächste Generation, sondern das Kapital aus den Beiträgen der Mitglieder und den Erträgen daraus. Das "Umlageverfahren" oder - genauer - das "offene Deckungsplanverfahren" geht von einem "ewigen Zugang" aus, d.h., es ist auf gesicherten Nachwuchs in gleicher Höhe wie sich verabschiedende Ruheständler angewiesen. Da wir aber nicht vorhersehen können, wie sich im Hinblick auf den Nachwuchs unsere beiden Berufe entwickeln werden, haben wir uns bewusst gegen das Umlageverfahren und für das Kapitaldeckungsverfahren entschieden. Zugegeben - auch das Kapitaldeckungsverfahren kann nicht alle Risiken ausschließen. Aber es ist die beste Wahl und die einzige, die sich gegenüber der nächsten Generation ver-antworten lässt. Nicht umsonst wird die kapitalgedeckte Vorsorge inzwischen auch staatlicherseits propagiert.


     nach oben ...


     25. Entscheiden nur Nicht-Fachleute über die Anlage der Gelder?

    In den Verwaltungsräten der Versorgungswerke der Psychotherapeuten ent-scheiden gewählte Psychotherapeuten über die Verwendung der Gelder. Es ist nicht von vornherein davon auszugehen, dass diese auch über die entsprechende Geldanlage-Kompetenz verfügen. Aus diesem Grund besteht nach der Satzung des PVW der Verwaltungsrat des PVW nicht nur aus internen Mitgliedern, also Versorgungswerksmitgliedern, sondern zudem aus drei externen Mitgliedern. Derzeit sind dies zwei ausgewiesene Banker (jeweils ein Fachmann der NORD/LB und der Berenberg-Bank Hamburg) und ein in Versorgungswerksfragen seit Jahren bewanderter Rechtsanwalt.


     nach oben ...


     26. Wie wird für und bei Berufsunfähigkeit gezahlt?

    Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) bei einer privaten Ver-sicherungsgesellschaft schließt man in der Regel so rechtzeitig ab, dass man bei Eintritt der Berufsunfähigkeit mindestens eine feste Summe erhält. Das ist im Versorgungswerk nicht anders. Für die Beitragszahlung bei privaten Versicherern spielt das Lebensalter eine wesentliche Rolle. Je älter der Versicherungsnehmer bei Versicherungsabschluss, desto höher sein Beitrag. Viele Privatversicherer haben trotz Gesundheitsprüfung (*9) außerdem ein Höchsteinstiegsalter für die BUZ, d.h., viele Ältere können sich keinen privaten Versicherungsschutz mehr erkaufen. Im PVW gibt es demgegenüber kein Höchsteinstiegsalter. Grundlage für die Berechnung der Berufsunfähigkeitsrente im PVW (*10) ist - wie bei der Altersrente - die Tabelle, nach der sich die Rentenbausteine entsprechend dem Lebensalter bei Beitragszahlung ergeben.

    Die Berufsunfähigkeitsrente errechnet sich danach aus 2 Bausteinen:
    a) aus der eigenen Beitragsleistung (zu 100%) bis zum Eintritt der Berufsunfähigkeit und
    b) den Zurechnungsbeiträgen (zu 85%) vom Eintritt der Berufsunfähigkeit an bis zum 60. Lebensjahr.


    (*9) In der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine umfangreiche Gesundheitsprüfung erforderlich. Das PVW verzichtet darauf.

    (*10) Siehe Broschüre "Psychotherapeutenversorgungswerk PVW", S. 10 f., die von der Geschäftsstelle des PVW bezogen oder von dieser home-page heruntergeladen werden kann.


     nach oben ...


     27. Wer entscheidet bei Berufsunfähigkeitsanträgen?


    Bei Anträgen auf Berufsunfähigkeitsrente entscheidet der Verwaltungsrat des PVW nach Einholung eines oder mehrerer Gutachten. Er hat abzuwägen zwischen dem Recht des Versorgungswerksmitglieds auf angemessene Berufsunfähigkeitsrente - wenn wirklich Berufsunfä-higkeit vorliegt - und dem Schutz der übrigen Versorgungswerksmitglieder vor Mitgliedern, die sich eine Rentenanwartschaft unrechtmäßig erschleichen wollen könnten.


     nach oben ...


     28. Stimmt es, dass Versorgungswerke Berufsunfähigkeitsrenten nur bei 100-prozentiger Berufsunfähigkeit zahlen?

    Alle Versorgungswerke versichern Berufsunfähigkeit nur, wenn diese vollständig die originäre Berufstätigkeit verunmöglicht. Eine zusätzliche private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist daher sinnvoll. Denn häufig tritt keine 100%ige Berufsunfähigkeit, sondern "nur" eine teilweise Leistungseinschränkung ein. Diese kann mit der privaten BUZ aufgefangen werden.



     nach oben ...


     29. Welche Auswirkungen haben Reformen der gesetzlichen Rentenversicherung auf die Versorgungswerke?

    In der gesetzlichen Rentenversicherung wurden durch mehrere Reformgesetze im Jahr 2000 bzw. 2001 Änderungen insbesondere auch im Leistungsrecht durchgeführt. Für die berufsständischen Versorgungswerke sind diese Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung ohne Auswirkungen. Zu folgenden Reformschwerpunkten der gesetzlichen Rentenversicherung sollen daher lediglich Hinweise zur Rechtslage im PVW gegeben werden:

    a) Gesetz zur Reform der Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
    In der gesetzlichen Rentenversicherung wurde zum 1. Januar 2001 das Invaliditätsrecht geändert. Die Differenzierung zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit wurde aufgegeben. Künftig ist Kriterium der Grad der Erwerbsminderung. Er bemisst sich nach dem Grad der Restarbeitsfähigkeit. Dabei wird nicht auf den ausgeübten Beruf, sondern auf sämtliche am Arbeitsmarkt mögliche Tätigkeiten abgestellt. Volle Erwerbsminderungsrente wird nur noch geleistet, wenn die Restarbeitsfähigkeit nur bis zu drei Stunden täglich vorhanden ist. Bei einer Restarbeitsfähigkeit von drei bis unter sechs Stunden täglich wird die halbe Erwerbsminderungsrente geleistet. Bei Überschreiten von festgelegten Hinzuverdienstgrenzen erfolgen Rentenkürzungen. Ebenso erfolgen ab 2003 Abschläge bei Inanspruchnahme der Rente vor dem 63. Lebensjahr. In der gesetzlichen Rentenversicherung versicherte Selbständige haben künftig grundsätzlich auch Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

    Im PVW sind die Mitglieder gegen das Risiko der gesundheitlichen Berufsunfähigkeit abgesichert. Maßgeblich ist der Beruf, an den die Mitgliedschaft im PVW geknüpft ist. Berufsunfähigkeitsrente wird geleistet, wenn das Mitglied aus gesundheitlichen Gründen außerstande ist, seiner beruflichen Tätigkeit als Psychotherapeut in nennenswertem Umfang nachzugehen.

    b) Gesetz zur Ergänzung des Gesetzes zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung und zur Förderung eines kapitalgedeckten Altersvermögens (Altersvermögens-ergänzungsgesetz - AvmEG -)
    In der gesetzlichen Rentenversicherung sind verschiedene Maßnahmen zur Stabilisierung des Beitragssatzes und der Finanzierung der Rentenleistungen im Rahmen des Generationenvertrages (Umlageverfahren) eingeleitet worden. Die Rentenanpassungen orientieren sich künftig wieder an der Nettolohnentwicklung. Die geänderte Anpassungsformel bedingt die Sicherstellung eines künftigen Rentenniveaus von noch etwa 67 %. Bei Witwen und Witwerrenten wird künftig der Versorgungssatz statt 60 % grundsätzlich 55 % betragen; ferner ist die Anrechnung eigenen Einkommens auf die Hinterbliebenenversorgung erweitert. Möglich wird für in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherte Ehepartner ein Rentensplitting. Verbessert wurden durch entsprechende Beteiligung des Bundes die Kinderkomponenten in der gesetzlichen Rentenversicherung, ferner die rentenrechtliche Absicherung jüngerer Versicherter mit lückenhaften Erwerbsverläufen.

    Im PVW sind Maßnahmen zur Stabilisierung des Beitragssatzes, wie sie bei der gesetzlichen Rentenversicherung erforderlich sind, nicht notwendig. Denn im Gegensatz zur gesetzlichen Rentenversicherung orientiert sich das Leistungsniveau des Versorgungswerks allein an den angesammelten Beiträgen plus Zinserträgen. Die Dynamisierung der Anwartschaften und Renten erfolgt - unter Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung und insbesondere der Entwicklung der Kaufkraft - im Rahmen der erwirtschafteten Überschüsse. Das Hinterbliebenenrecht des PVW bleibt unverändert. Das PVW rechnet insbesondere keine eigenen Einkünfte der Hinterbliebenen auf die Hinterbliebenenversorgung des PVW an. Kinderkomponenten werden im PVW nicht berücksichtigt.

    c) Gesetz zur Reform der gesetzlichen Rentenversicherung und zur Förderung eines kapitalgedeckten Altersvorsorgevermögens (Altersvermögensgesetz -AVmG-)
    In der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherungspflichtige (förderfähiger Personenkreis) sollen durch Eigenbeiträge und durch staatliche Förderung eine zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge aufbauen und hierdurch zumindest das ursprüngliche Versorgungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung sicherstellen. Die einschlägigen Vorsorgeverträge (Förder-produkte), derzeit als "Riester-Rente" in der allgemeinen Berichterstattung, bedürfen einer speziellen Zertifizierung, um gefördert werden zu können. Die Zertifizierung setzt bestimmte Standards voraus, die das Förderprodukt bzw. der Anbieter erfüllen muss. Besonders geregelt ist auch die durch Vorsorgeverträge mögliche Immobilienfinanzierung im sogenannten Entnahmemodell. Die Förderung im Rahmen von Vorsorgeverträgen begann im Jahr 2002. Volle Förderung erfolgt ab dem Jahr 2008. Die "Riester-Rente" wird nachgelagert besteuert, d. h. in vollem Umfang, nicht nur mit dem Ertragsanteil. Der Abschluss eines privaten Vorsorgevertrags sollte erst nach sorgfältiger Prüfung verschiedenster Bank- und Versicherungsangebote erwogen werden. Ferner erhalten in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherte künftig altersgrenzenabhängig detaillierte Auskünfte über die bestehenden Ansprüche und die ver-buchten Versicherungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung.

    Im PVW Versicherte gehören nur dann zum förderfähigen Personenkreis für Vorsorgeverträge, wenn sie auch in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind. Das PVW selbst bietet keine Vorsorgeverträge für zusätzliche zertifizierte Altersvorsorgeprodukte an und vermittelt auch keine Förderprodukte. Vielmehr bleibt im PVW die Möglichkeit des Ausbaus der berufsständischen Versorgung (Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung) durch freiwillige Mehrzahlungen im Rahmen der Einzahlungshöchstgrenzen. Die hieraus resultierenden Versorgungsleistungen werden, wie alle Renten des Versorgungswerks, derzeit nur in Höhe des Ertragsanteils besteuert. Unverändert erhalten die Mitglieder des PVW unaufgefordert im ersten Quartal jeden Jahres die Jahresmitteilung mit der aktuellen Versorgungsanwartschaft. Auf Wunsch erfolgen weitergehende Auskünfte, ohne dass bestimmte Altersgrenzen erreicht sein müssen.

    Diese Darstellung, insbesondere die zur gesetzlichen Rentenversicherung, dient lediglich der Grundinformation. Verbindliche Informationen zu den Detail- und Übergangsregelungen der genannten Gesetze erteilen die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung und deren Beratungsstellen.


     nach oben ...


     30. Besteht die Gefahr, dass die berufsständischen Versorgungswerke von der staatlichen Rentenversicherung vereinnahmt werden?

    Es wird von Seiten des Staates immer wieder erwägt, die beträchtlichen Ansparsummen der Versorgungswerke in die allgemeine Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten einzubeziehen. Dies würde im ungünstigsten Fall dazu führen, dass Selbständige nur noch die gleiche Verzinsung ihrer Rentenersparnisse erwarten dürften wie Arbeiter und Angestellte. (Siehe auch "Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen e.V." (ABV), http://www.abv.de/documents/17070193.pdf ). In der Vergangenheit hat die ABV wiederholt vor einem berufsständischen Versorgungswerk der Psychotherapeuten gewarnt. Ein bundesweit operierendes Versorgungswerk für einen Berufsstand könne politische Gefahren für das Gesamtsystem berufsständische Versorgung auslösen. Dies deshalb, weil bundesweit operierende Versorgungswerke vom Gesetzgeber in die gesetzliche Rentenversicherung überführt werden könnten. Der Grund dafür sei im GG Art. 87 Abs. 3 gegeben, wonach ein Versiche-rungsträger, der die Grenzen von drei Bundesländern überschreitet, als Sozialversicherung und damit im Bundesrecht anzusprechen sei. Aus diesem Grund sei die Vielgestaltigkeit der berufsständischen Versorgung mit ihr größter Schutz gegen staatliche Vereinnahmung. Diese Aussage wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass darauf hingewiesen wird, dass damit nicht die Zusammenarbeit sowohl durch Abschluss über Staatsverträge als auch durch Zusammenarbeit über Geschäftsbesorgungsverträge behindert werde. Nur ein Versorgungswerk für den gesamten Berufsstand würde zu erheblichen Problemen führen. Nun: Das PVW ist ein Zusammenschluss von fünf Kammern über Staatsverträge. Und ein Versorgungswerk für unseren gesamten Berufsstand ist uns ja nicht gelungen.


    Anhang:

    Beitragsgestaltung für Neumitglieder im PVW


    1. Freiberufliche Mitglieder, die das 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben zahlen mindesten den 5/10 Beitrag. Wahlweise einkommensbezogen, d. h. 9,95% des Gewinns (vor Steuer) aus der selbständigen Tätigkeit oder den, nach der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung errechneten, festen Beitrag von mtl. 522,38 €. Wahlweise kann auch der sechs, sieben, acht, neun oder zehn-Zehntel-Beitrag fest oder einkommensbezogen gewählt werden. Eine Verringerung des einmal gewählten Zehntels ist nicht möglich. Jederzeit (zum Folgemonat) ist aber ein Wechsel zwischen der festen und der einkommensbezogenen Beitragszahlung möglich. Darüber hinaus können freiwillige Mehrzahlungen geleis-tet werden. Sie können zusätzlich in Höhe des Eineinhalbfachen des jährlichen Regelpflichtbeitrages geleistet werden.

    2. Freiberufliche Mitglieder, die das 45. Lebensjahr bereits vollendet haben sowie angestellte und verbeamtete Mitglieder haben die Wahlmöglichkeit zwischen einem, zwei, drei, vier oder fünf-Zehntel-Beiträgen. Auch hier ist die feste Beitragszahlung oder die einkommensbezogene Beitragsvariante sowie ein Wechsel zwischen beiden möglich. Eine Verringerung des einmal gewählten Zehntels ist nicht möglich. Darüber hinaus können freiwillige Mehrzahlungen geleistet werden. Sie können zusätzlich in Höhe des Eineinhalbfachen des jährlichen Regelpflichtbeitrages geleistet werden. Bei angestellten und verbeamteten Mitgliedern wird bei einkommensbezogener Beitragsberechnung das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt bzw. die Bruttovergütung zu Grunde gelegt. Wenn Mitglieder nachweisen, dass sie keinerlei Einkünfte aus psychotherapeutischer Tätigkeit haben, werden sie beitragsfrei gestellt (Null-Einkommen entspricht, egal bei welchem Zehntel-Beitrag, einem Null-Beitrag).

    3. Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) haben bis zum Ende ihrer Ausbildung kein Befreiungsrecht im PVW. Ihre Beitragspflicht ruht aber satzungsgemäß, wenn sie sich nicht für eine Beitragszahlung entscheiden. Sie haben die Wahlmöglichkeit zwischen einem, zwei, drei, vier oder fünf-Zehntel-Beiträgen. Auch hier ist die feste Beitragszahlung oder die einkommensbezogene Beitragsvariante sowie ein Wechsel zwischen beiden möglich. Eine Verringerung des einmal gewählten Zehntels ist nicht möglich. Darüber hinaus können freiwillige Mehrzahlungen geleistet werden. Sie können zusätzlich in Höhe des Eineinhalbfachen des jährlichen Regelpflichtbeitrags geleistet werden. Bei angestellten und verbeamteten PiA's wird bei einkommensbezogener Beitragsberechnung das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt bzw. die Bruttovergütung zu Grunde gelegt.


    07.07.20007

    W. Köthke, Vorsitzender des Verwaltungsrats des PVW
    B. Sieker, Geschäftsführerin des PVW



     nach oben ...